Auftragswerk
Auftragswerk - „Der Mensch als Industriepalast" für medampuls - Mils/Tirol.
Individuell als Einzelwerk überarbeitet laut Kundenwunsch.
Idee, Komposition und Fertigung.
Größe: 200 x 150 cm
Material: Fineart Print auf Aluminium-Dibond matt
Danke Petra & Clemens!
Transformation eines Hochformatbildes in ein Querformat
Werküberarbeitung von Fritz Kahn – „Der Mensch als Industriepalast": Herausforderung und künstlerische Umsetzung
Die Werküberarbeitung des ikonischen Bildmotivs „Der Mensch als Industriepalast" von Fritz Kahn stellt eine gestalterische und konzeptuelle Herausforderung dar, die weit über eine bloße Adaption des Originals hinausgeht. Ursprünglich im Hochformat konzipiert, verlangt die Transformation in ein stimmiges Querformat eine umfassende Neukomposition, bei der das visuelle Narrativ trotz veränderter Proportionen kohärent erhalten bleibt. Dabei wird nicht nur das Motiv selbst neu interpretiert, sondern zugleich eine vielschichtige Collagentechnik angewendet, die unterschiedliche Stilrichtungen der Moderne miteinander verschränkt.
Grundlagen und Kompositionsstrategie
Als Ausgangspunkt dienen geometrische Grundformen, wie sie exemplarisch in der Bauhauszeit in grafischen Arbeiten und Plakaten Verwendung fanden. Diese Elemente bilden das visuelle Gerüst, auf dem das Werk Ebene für Ebene, skizzenhaft aufgebaut wird. Die Konstruktion mittels Layer-Technik erinnert an die mehrschichtige Arbeit an einer Leinwand, in der jeder Layer neue stilistische Aspekte hinzufügt und mit den darunterliegenden interagiert. So vermählen sich Fragmente des abstrakten Expressionismus – mit seinem dynamischen, emotional aufgeladenen Farbauftrag – Minimalismus, der durch Reduktion und Klarheit besticht – und Konstruktivismus, gekennzeichnet durch klare, geometrische Formen, industrielle Materialien und eine funktionale Gestaltung zu einem vielschichtigen Geflecht.
Papiercollagen und Decollagen erweitern die Materialität und schaffen Tiefenwirkung, die den industriellen Charakter des „Menschen als Fabrik" zusätzlich betonen. Dies entspricht der ursprünglichen Intention Kahns, den menschlichen Körper als technisch-organisches System zu inszenieren – hier nun jedoch mit einem moderneren, experimentellen Werkansatz.
Inhaltliche und farbliche Bezüge zum Grundwerk
Die Farbauswahl orientiert sich in charakteristischer Weise am Ausgangswerk von Fritz Kahn. Die Leitfarben innerhalb des menschlichen Körpers – warme, erdige Töne, metallisch anmutende Grauschattierungen sowie die markanten Rot- und Blautöne für Blutbahnen und Organe – werden aufgegriffen und in vielfältigen Variationen weitergeführt. Dabei überschreiten die Farbübergänge und Verläufe die Konturen des Körpers und fließen in den Außenraum des Bildes, wodurch die Grenzen zwischen Innen und Außen visuell aufgehoben werden. Dieses Prinzip korrespondiert mit Kahns theoretischer Sichtweise des Menschen als eingebettetes technisches System in einer Umwelt, die ihn beeinflusst und ihm gegenübersteht.
Ein zentrales Bildelement bildet die Abbildung eines Herzens – inspiriert von Johannes Sobottas anatomischem Atlas. Die Darstellung ist subtil verfremdet: Rinnende Farbe, Übermalungen und Rasterpunkte integrieren das Herz organisch in den linken Bildhintergrund, sodass es nicht als isoliertes anatomisches Objekt erscheint, sondern als lebendiger Teil des Ganzen. Als Kontrapunkt findet sich überlappend ein Stencil-Herz, das den Bezug zur urbanen Kultur und Street-Art herstellt. Diese Kombination verweist auf die Dualität von Wissenschaft und populärer Kunst, Präzision und Spontaneität.
Street-Art-Elemente und Synergien geometrischer Formen
Die linke Bildhälfte beherbergt zudem Tags und weitere Street-Art-Arbeiten, die mit gegenständlichen Zeichnungen und abstrakter Malerei verwoben sind. Dadurch wird ein Spannungsfeld zwischen kontrollierter Gestaltung und expressivem Zeichenstrich geschaffen. Geometrische Formen und Linien ergänzen dieses Geflecht durch ihre präzise Struktur, die an technische Zeichnungen und Architekturskizzen erinnert. Sie bilden ein komplexes Netzwerk aus Synergien, das sowohl den industriellen Charakter der Vorlage als auch die moderne ästhetische Transformation sichtbar macht.
Ein weiteres signifikantes Motiv ist das symbolisch aufgeladene Hirn mit Flügeln, das als feingliedrige Zeichnung in die Komposition integriert wurde. Dieses Bildmotiv evoziert Assoziationen an Geist und Freiheit, Intellekt und Transzendenz und steht im Dialog mit dem geometrisch streng gegliederten Rechteck, das transparent und mit feinen Linien, ähnlich den Black Paintings von Frank Stella eingebettet wurde. Das „Rechteck" fungiert somit als metaphorisches Element, das Einblicke in unbekannte Innenwelten erlaubt und zugleich Beschränkungen und Offenheit thematisiert.
Fazit
Die Überarbeitung von Fritz Kahns „Der Mensch als Industriepalast" als vielschichtige Collage im Querformat gelingt durch die geschickte Kombination historischer und moderner Stilmittel, organischer und geometrischer Formen sowie durch eine ausgewogene Farbführung. Die Transformation bewahrt den Kern des Originals, indem sie dessen wissenschaftliche und industrielle Metaphorik fortführt, erweitert jedoch dessen visuelles und konzeptuelles Spektrum durch zeitgenössische Materialien und Referenzen. Die multidimensionale Arbeitsweise ermöglicht es, das Bild als ein offenes System zu verstehen, das sowohl technisch als auch sinnlich erfahrbar ist – ein Spiegelbild des Menschen im Spannungsfeld von Natur, Technik und Kultur.
Ausstellung - Deutschlandsberg
Liebe Kunstfreundinnen und Kunstfreunde,
Heute Mittwoch, den 14.10.26 und am Freitag, dem 16.10.26 findet im Laßnitzhaus in Deutschlandsberg die Präsentation des diesjährigen Lionsweines statt, für den ich das Etikett beigesteuert habe. Beginn jeweils 19:30 Uhr. Zwölf Bilder wurden gestern für die Veranstaltungen gehängt. Karten gibt es bei allen Mitgliedern des Lionsclubs und beim Kulturservice Lonsperch, der Erlös wird für soziale Hilfen im Bezirk Deutschlandsberg verwendet.
Herzlichst
Günter Konrad
Liebe Kunstfreundinnen und Kunstfreunde,
Kunst ist weit mehr als das, was auf den ersten Blick sichtbar wird. Hinter jedem Werk verbirgt sich eine Welt von Ideen, Geschichten und Verbindungen, die es zu entdecken gilt. Dabei ist Recherche ein unverzichtbarer Teil des kreativen Prozesses. Nur wer genau hinschaut, wer fragt, sucht und neugierig bleibt, kann tiefere Zusammenhänge erkennen und wahre Innovation zulassen.
Das Sehen allein reicht nicht aus. Es geht ums Entdecken: mit offenen Augen, aber auch offenem Geist. Die Spannung entsteht oft dort, wo Gegensätze sich treffen und neue Perspektiven entstehen. Genau das fasziniert mich in meiner Arbeit immer wieder aufs Neue. Wie können klassische Techniken mit modernen digitalen Verfahren verschmolzen werden? Wie lassen sich analoge und digitale Welten zu Crossover-Werken verbinden, die in ihrer Ausdruckskraft beide Elemente nutzen und dadurch etwas völlig Eigenständiges schaffen?
Diese Verbindung von Gegensätzen fordert uns heraus – und bereichert zugleich. Denn sie erweitert unser Verständnis von Kunst und öffnet Räume für Experimente, in denen Altbewährtes und Innovatives Hand in Hand gehen. So entstehen Werke, die nicht nur ästhetisch ansprechen, sondern auch Fragen stellen und zum Nachdenken anregen.
Ich lade Sie ein, mit mir diese spannenden Wege zu erkunden und gemeinsam über den Tellerrand zu schauen. Lassen Sie uns neugierig bleiben, mutig forschen und immer wieder bereit sein, unter die Oberfläche zu blicken. Denn genau dort offenbart sich die wahre Magie der Kunst.
Herzlichst
Günter Konrad
don't stop believin
Auftragswerk "don't stop believin" für WIS-Schadensmanagement Salzburg.
Unikat, Einzelwerk. Idee, Komposition und Fertigung.
Material: Fineart Print hinter Acrylglas, kaschiert auf Aluminium-Dibond.
Größe: 150 × 100 cm
Danke Roland!
Zwischen Tradition und Transformation.
Gustav Jahns Salzburgansicht als zeitgenössische Bildlandschaft.
Überarbeitung und künstlerische Intention
Das vorliegende Werk basiert auf Gustav Jahns Darstellung Salzburgs vom Kapuzinerberg aus dem Jahr 1909. Die historische Vorlage wird jedoch nicht lediglich reproduziert, sondern einer umfassenden zeitgenössischen Transformation unterzogen. Durch die Verbindung von Malerei, grafischen Zeichen, Collage, textilen Elementen und populärkulturellen Referenzen entsteht ein vielschichtiges Gesamtwerk, das zwischen Landschaftsdarstellung, urbaner Bildsprache und gesellschaftlicher Reflexion vermittelt. Die ursprüngliche Ansicht Salzburgs bildet dabei den konzeptuellen und kompositorischen Ausgangspunkt, wird jedoch durch die Überlagerung verschiedener Stile und Techniken in eine neue visuelle Ordnung überführt.
RGB
Eine zentrale Bedeutung kommt der intensiven Auseinandersetzung mit den Grundtönen Rot, Grün und Blau zu. Diese Farben strukturieren die Bildfläche und erzeugen zugleich starke Kontraste. Rot tritt als signalhafte, dynamische Farbe hervor; es verweist auf Energie, Handlung und emotionale Verdichtung. Grün steht in Verbindung mit Natur, Landschaft und Wachstum, während Blau räumliche Tiefe, Distanz und atmosphärische Weite vermittelt. Die drei Grundtöne erscheinen dabei nicht isoliert, sondern in vielfältigen Mischungen, Überlagerungen und Brechungen. Dadurch entsteht eine farbliche Spannung, die sowohl die historische Landschaft als auch ihre gegenwärtige Neuinterpretation prägt.
Details I
Links neben dem Untersberg ist ein Goldregen zu erkennen. Dieses Motiv besitzt eine doppelte Funktion: Einerseits erweitert es die Landschaft um ein florales und beinahe poetisches Element, andererseits stellt es durch seine leuchtende Farbigkeit einen deutlichen Akzent innerhalb der Komposition dar. Unterhalb des Goldregens erscheint eine Wellenstruktur, die nicht nur als Naturmotiv, sondern auch als abstraktes Zeichen gelesen werden kann. In unmittelbarer Verbindung dazu steht das neue Logo der Firma WIS. Die Einbindung dieses Logos verknüpft den historischen Bildraum mit einer gegenwärtigen wirtschaftlichen und institutionellen Realität, die in Salzburg verwurzelt ist.
Details II
Unterhalb des Logos und noch im Bereich des Berges gehen die Wellenstrukturen in Fragmente von Graffiti über. Diese Übergänge sind besonders charakteristisch für die Arbeitsweise des Werkes: Unterschiedliche visuelle Systeme werden nicht voneinander getrennt, sondern ineinander überführt. Die Landschaft erscheint dadurch als ein Raum, in dem sich Natur, urbane Kommunikation, Werbung und individuelle Markierungen überschneiden. Graffiti steht hier für Aneignung, spontane Äußerung und eine demokratische Form der Bildproduktion. Die historische Landschaft wird somit nicht als abgeschlossene Vergangenheit präsentiert, sondern als ein lebendiger, von unterschiedlichen Stimmen geprägter Bildraum.
Details III
Eine weitere markante Figur ist Donald Duck, der in Anlehnung an Andy Warhols Werk The New Spirit eingesetzt wird. Die Figur besitzt einen hohen Wiedererkennungswert und verweist auf die visuelle Kultur der Massenmedien. Zugleich übernimmt sie im vorliegenden Zusammenhang eine symbolische Funktion mit der Marke WIS: Mit einem Besen bewaffnet, steht Donald Duck für den Arbeitsauftrag und dessen praktische Umsetzung. Das Aufräumen kann dabei sowohl wörtlich als auch metaphorisch als Auftrag verstanden werden. Es geht um die Ordnung und Bearbeitung eines komplexen Aufgabenfeldes, zugleich aber auch um die Auseinandersetzung mit überlieferten Bildmustern, kulturellen Versatzstücken und gesellschaftlichen Erwartungen. Die humorvolle Figur kontrastiert die Ernsthaftigkeit dieses Prozesses und verleiht dem Werk eine ironische Ebene.
Pastos aufgetragene Farbschichten verdichten die Oberfläche und verleihen ihr eine körperliche, beinahe reliefartige Qualität. Diese Farbaufträge gehen in den lautmalerischen Ausruf „BAM“ über. Das Wort fungiert als grafisches und akustisches Signal. Es unterbricht den kontinuierlichen Bildfluss und erzeugt einen Moment der unmittelbaren Aufmerksamkeit. In seiner Anlehnung an die Bildsprache von Comics verweist „BAM“ zugleich auf Popkultur, Bewegung und plötzliche Ereignishaftigkeit. Der Schriftzug wird damit nicht nur zum Inhalt, sondern auch zu einem eigenständigen formalen Bestandteil der Komposition. BAM kann auch als die Ursache des Auftrags an WIS gelesen werden.
Am Berg verflüssigen sich unterschiedliche Stile. Spachteltechniken, Aquarellfarben und Collageelemente treten miteinander in Beziehung. Papier und Textilien erweitern die Malerei mit materiellen Qualitäten. Besonders die traditionellen Stickereien bilden einen spannenden Gegensatz zu den Graffiti-Fragmenten, den Pop-Art-Bezügen und den modernen grafischen Zeichen. Tradition und Gegenwart werden dadurch nicht als Gegensätze behandelt, sondern als gleichwertige und miteinander kommunizierende Formen kultureller Erinnerung.
Am unteren Bildrand verdichtet sich die Zeichenhaftigkeit nochmals. Tags mit Sprühfarbe, gemalte Konstruktionsstrukturen, ein Notenschlüssel und ein rotes Dreieck bilden ein heterogenes Ensemble. Die Konstruktionsmotive können auf Planung, Aufbau und technische Ordnung verweisen, während der Notenschlüssel eine akustische oder rhythmische Dimension in das Bild einführt, das auf Salzburg bezugnimmt, aber durchaus auch die durchkomponierte Managementarbeit von WIS symbolisieren könnte. Das rote Dreieck setzt einen klaren geometrischen Akzent und wirkt zugleich wie ein Warn-, Richtungs- oder Ordnungssymbol. Ergänzt wird dieser Bereich durch archaisch anmutende Figuren, die symbolisch einen Auftrag übergeben (rechts-oben). Damit wird die Idee der Weitergabe von Verantwortung, Wissen oder Handlungsmöglichkeiten angesprochen.
Don’t Stop Believin
Ein besonderer Abschluss dieser vielschichtigen Zeichenwelt ist der Sticker mit einer Katze und der Aufschrift „Don’t Stop Believin’“. Der Sticker verbindet Alltagskultur, Popkultur (Journey) und eine motivierende Botschaft. In seiner scheinbaren Beiläufigkeit steht er für Beharrlichkeit und Hoffnung. Gleichzeitig verweist er auf die Verschmelzung von Hochkunst, Populärkultur und alltäglichen Bildmedien
Vielfalt
Insgesamt handelt es sich um ein überaus feingliedriges Werk, in dem verschiedene Themen, Techniken und Stile zu einem neuen Gesamtbild zusammengeführt werden. Die historische Salzburger Landschaft bleibt als Bezugspunkt erkennbar, wird jedoch durch die zahlreichen Überlagerungen und Eingriffe grundlegend erweitert. Das Werk besitzt dadurch eine starke visuelle Strahlkraft und lädt zu einer ausgedehnten Betrachtung ein. Das Auge kann lange über die Bildfläche wandern, Übergänge verfolgen, Details entdecken und immer neue Beziehungen zwischen Landschaft, Zeichen, Material und kulturellen Verweisen herstellen. Gerade in dieser offenen, vielschichtigen Struktur liegt die besondere Qualität der Arbeit.
Vielen Dank nach Wagna!
covert and discovered history 299
Ich bin ein fckng Schmetterling
Größe: 60,5 × 60,5 cm
Material: Fineart Print gerahmt
covert and discovered history 290
The swing
Größe: 120 × 90 cm
Material: Leinwandprint auf Keilrahmen
Dankeschön Tanja, für deinen Kauf!
Auftragswerk
Auftragswerk - „Selbstbildnis Angelika Kauffmann mit Büste der Minerva" (1780–1781) für medampuls - Mils/Tirol.
Individuell als Einzelwerk überarbeitet laut Kundenwunsch, Briefing - Mail/Telefon.
Idee, Komposition und Fertigung.
Größe: 200 x 150 cm
Material: Fineart Print auf Aluminium-Dibond matt
Danke Petra & Clemens!
Transformation eines Hochformatbildes in ein Querformat
Angelika Kauffmanns „Selbstbildnis mit Büste der Minerva" aus den Jahren 1780–1781 stellt ein herausragendes Beispiel spätbarocker Porträtkunst dar, das durch seine formale Komposition und symbolische Bildsprache besticht. Die vorliegende Überarbeitung des Werkes verfolgt das Ziel, das ursprünglich im Hochformat konzipierte Gemälde in ein Querformat zu transformieren, wobei sowohl formale als auch inhaltliche Herausforderungen zu bewältigen waren.
Im Folgenden wird der Bildaufbau hinsichtlich Figur und Grund besprochen, gefolgt von einer Analyse zu Farbkontrasten und der Integration von Symbolen, die in der Komposition neue Bedeutungsdimensionen eröffnen.
Herausforderung und Herangehensweise
Das originale Hochformat des Selbstbildnisses zentriert die Künstlerin zusammen mit der Büste der Minerva in einem kompakten Bildraum, der eine unmittelbare Fokussierung auf das Sujet ermöglicht. Die Erweiterung in ein Querformat verlangt eine großzügige Neuordnung des Bildraumes, um Leere zu vermeiden und gleichzeitig eine harmonische Balance zwischen Figur und Hintergrund herzustellen. Dabei gilt es, die Präsenz der Hauptfigur – Angelika Kauffmann selbst – zu bewahren, während neue Bildräume neben ihr entstehen, die narrativ und symbolisch ergänzt werden.
In der Überarbeitung wird die Künstlerin zentral gehalten, doch die Umgebung wird maßgeblich erweitert. Die linke Bildhälfte ist durch ein kleines Stück Rasen gekennzeichnet, das mittels Aquarelltechnik und Decollage eine texturale Tiefe erlangt, während die rechte Seite vom Buch ausgeht, welches Kauffmann in der Hand hält. Diese asymmetrische Anordnung schafft eine dynamische Spannung, die zugleich den Dialog zwischen der Künstlerin und ihren Inspirationsquellen sowie ihrer inneren Welt sichtbar macht.
Figur und Grund im neuen Kontext
Die Präsenz des Porträts, bildet das Bindeglied zwischen den neuen Elementen auf der linken und rechten Bildhälfte. Die Gestaltung des Bildgrundes nutzt warme Erdtöne als verbindendes Farbschema, das sowohl Natürlichkeit als auch Bodenständigkeit suggeriert. Der natürliche Farbton des Rasens links kontrastiert mit den vielfältigen Collagenfragmenten rechts, erzeugt eine visuelle Zweiteilung, ohne die Ganzheit der Komposition zu gefährden.
Der Bildgrund dient nicht nur als Hintergrund, sondern wird durch die eingefügten Elemente zu einem aktiven Träger narrativer und symbolischer Inhalte: Die linke Seite mit Wasserfarben, decollagierten Papierstücken, Makroaufnahmen von Plakaten sowie abstrakten Formen (Doppelhelix, Kreise, Spiralen, Kreuze und Waage) steht für Wissenschaft, Natur und Ordnung. Die rechte Seite dagegen lädt mit der Collage aus Abrissen, fliegenden Fragmenten aus dem Buch und der symbolischen Figur der Mutter Erde zu einer eher intuitiven, mythologischen Deutung ein.
Farbkontraste: Hell-Dunkel und Komplementär
Ein zentrales gestalterisches Mittel in der Überarbeitung bildet der gezielte Einsatz von Farbkontrasten. In der Komposition sind vor allem Hell-Dunkel-Kontraste wirksam eingesetzt, um die Tiefenstaffelung zu verstärken und die Aufmerksamkeit auf zentrale Bilddetails zu lenken. Die Figur wird durch leuchtendere Töne hervorgehoben, während der Bildgrund überwiegend in gedeckten Farben gehalten ist.
Besonderes Augenmerk verdient der Komplementärkontrast zwischen Rot und Grün, der sich klar in der Bildhälfte manifestiert: Rechts dominieren warme, rötliche Töne, die energetische und kreative Aspekte symbolisieren; links hingegen dominiert Grün als Farbe der Natur, des Wachstums und der Rationalität. Diese Gegenüberstellung erzeugt nicht nur visuelle Spannung, sondern entfaltet auch eine metaphorische Bedeutungsebene, die das Spannungsfeld zwischen Verstand und Gefühl, Konstruktion und Intuition reflektiert.
Symbolik und ihre Integration
Die eingefügten Symbole erweitern die Bildsprache der ursprünglichen Arbeit erheblich und eröffnen multidimensionale Interpretationsmöglichkeiten. Links unten befindet sich ein kleiner Rasenschnitt, der als Fragment der lebendigen Natur fungiert und mit Decollage-Techniken kontrastiert wurde, welche die Fragilität und Vergänglichkeit betonen. Die Mikroaufnahme eines Plakats sowie geometrische Formen wie Doppelhelix, Kreise, Spiralen und Kreuze verweisen auf Wissenschaft, Biologie und die Suche nach universellem Wissen. Die Waage als klassisches Symbol für Ausgewogenheit und Gerechtigkeit setzt ethische Akzente.
Die rechte Bildseite nimmt Bezug auf die Inspiration und die museale Dimension der Künstlerin: Das Buch, das Kauffmann hält, nimmt eine zentrale Rolle ein und ist Ausgangspunkt einer Collage aus Abrissen und fliegenden Fragmenten, die für kreative Gedankenströme und künstlerische Impulse stehen. Über dem Buch schwebt die symbolische Figur der Mutter Erde, ein Archetypus für Fruchtbarkeit und Ursprung. Ergänzt wird diese Szenerie durch Spiralen – Zeichen zyklischer Entwicklung – und ein altes medizinisches Abhörgerät, das für historische Wissenserschließung oder Beobachtung steht. Die Büste der Minerva, Göttin der Weisheit und Kunst, fungiert als Leitmotiv und thematischer Anker, der die Verbindung von Kunst, Wissenschaft und Mythos herstellt.
Fazit
Die Überführung von Angelika Kauffmanns „Selbstbildnis mit Büste der Minerva" aus einem Hoch- in ein Querformat gelingt durch eine durchdachte Neukomposition, die sowohl den Charakter der Originalkomposition wahrt als auch neue erzählerische Ebenen integriert. Durch den gezielten Einsatz von Farb- und Formkontrasten sowie die Einbindung komplexer Symbolik entsteht ein vielschichtiges Bild, das die Künstlerin als Vermittlerin zwischen wissenschaftlichem Erkenntnisstreben, künstlerischer Kreativität und naturverbundener Philosophie darstellt.
Diese Arbeit zeigt exemplarisch, wie eine Bildüberarbeitung nicht nur technische Umgestaltung bedeutet, sondern auch zu einer Erweiterung der ästhetischen und inhaltlichen Aussagekraft führen kann – ganz im Sinne einer zeitgenössischen Rezeption historischer Kunstwerke.
Verve
covert and discovered history 308 - Verve
Ziel der Überarbeitung war eine Symbiose aus Jugendstil und zeitgenössischen digitalen Elementen herzustellen.
Dabei kombiniere ich die ornamentale Verspieltheit Muchas mit digitalen Glitch-Effekten, sowie Decollagen, die durch das Aufbrechen und Neueinsetzen von Bildebenen einen assoziativen Bruch erzeugen.
Ergänzt wird diese Mischung durch den Einsatz von Tags die der Art nouveau Typografie, fragmentarisch im unteren Bildabschnitt überlagern.
Eine besondere gestalterische Herausforderung stellte das extreme Hochformat dar. Es galt, die vertikale Dynamik des Formates nicht nur aufzunehmen, sondern auch aktiv zu nutzen, ohne dabei eine Leerwirkung oder Enge zu provozieren. Die Komposition musste daher eine Balance zwischen Freiheit und Struktur finden: Die Linienführung und Anordnung der Bildelemente folgen einem rhythmischen Schwung, der Leichtigkeit vermittelt, während gleichzeitig klare formale Bezüge für Stabilität sorgen. Durch die gezielte Kombination von Unschärfen und Schärfen sowie dem Kontrast zwischen farbintensiven Segmenten und monochromen Grautönen entsteht eine visuelle Spannung, die das Hochformat energetisch auflädt und dessen Ausdruckskraft verstärkt. Eine moderne Interpretation von Historie, das das Alte dekonstruiert und neu interpretiert.
Flohmarktrahmen als Ausdruck von Vielfalt und nachhaltiger Kunstästhetik
The pearl necklace, covert and discovered history 165
Prolog
Im Kontext zeitgenössischer Kunstpraktiken gewinnt das Upcycling zunehmend an Bedeutung, insbesondere in der Präsentation von Drucken und Kunstwerken. Die Verwendung von Flohmarktrahmen bietet hierbei nicht nur eine ästhetische Bereicherung, sondern vermittelt auch eine komplexe kulturelle und soziale Aussage. Dieser Essay untersucht die Rolle solcher Rahmen in der Serie „Covert and Discovered History“ und reflektiert deren Beitrag zu einer ausdrucksstarken und zugleich zugänglichen Kunstpräsentation.
Bighorns - covert and discovered history 189
Rahmen als Träger eines einzigartigen Charakters
Die Präsentation von Drucken durch Flohmarktrahmen erzeugt einen unverwechselbaren, räudigen und punkigen Look, der den Werken eine eigenständige Identität verleiht. Anders als standardisierte, neuzeitliche Rahmen, transportieren diese Fundstücke eine Geschichte und Vielfalt, die sich unmittelbar auf die Wahrnehmung der dargestellten Kunst auswirkt. Sie wirken weniger als bloße Umrahmung, sondern vielmehr als integraler Bestandteil des Kunstwerkes, der dessen narrativen Kontext erweitert und vertieft
In an roman osteria, covert and discovered history 134
Vielfalt und Ausdrucksstärke im Upcycling-Kontext
Das Prinzip des Upcyclings beinhaltet eine bewusste Wiederverwendung gebrauchter Materialien, wodurch Ressourcen geschont und neue ästhetische Qualitäten geschaffen werden. Die Nutzung von Flohmarktrahmen als Trägermaterial für Drucke aus der Serie „Covert and Discovered History“ manifestiert eine künstlerische Strategie, die Vielfalt nicht nur thematisiert, sondern durch materielle Diversität und heterogene Ursprünge demonstriert. Diese Praxis fördert eine inklusive Kunstästhetik, die sich von homogenen, kommerzialisierten Standards abhebt.
Le discret, covert and discovered history 132
Preisgestaltung und Zugänglichkeit
Im Gegensatz zu elitärer Kunstvermarktung, die oft künstliche Knappheit erzeugt, verfolgt die vorgestellte Arbeit eine faire und leistbare Preisgestaltung. Dies reflektiert ein ethisches Engagement, Kunst einem breiteren Publikum zugänglich zu machen und gleichzeitig die Wertschätzung für handwerkliche und gestalterische Qualität zu fördern. Die Kombination aus erschwinglichen Preisen und einzigartigem Rahmenkonzept ermöglicht es Konsumenten, authentische und charakterstarke Kunstwerke in ihr Leben zu integrieren, ohne ökonomische Hürden überwinden zu müssen.
Truth, covert and discovered history 30
Epilog
Gerahmte Vintage- und Flohmarktrahmen fungieren innerhalb der Serie „Covert and Discovered History“ als mehrdimensionale Elemente, die ästhetische, kulturelle und soziale Ebenen verbinden. Sie transformieren einfache Drucke in individuelle Kunstobjekte mit einem charismatischen und rebellischen Flair. Durch die Verbindung von Upcycling-Prinzipien und fairer Preisgestaltung wird eine nachhaltige, vielfältige und ausdrucksstarke Kunstpraxis etabliert, die traditionelle Wertvorstellungen hinterfragt und erweitert. Insofern bilden diese gerahmten Werke ein Beispiel dafür, wie Kunst nicht nur produziert, sondern auch verantwortungsvoll präsentiert und verteilt werden kann.
Vielen Dank nach Stuttgart!
covert and discovered history 273
It's tropic
Größe: 120 x 80 cm
Material: Fineart Print auf Aluminium-Dibond matt.
Dankeschön für deinen Kauf!
covert and discovered history 277
The seven works of mercy
Größe: 100 x 75 cm
Material: Leinwandprint auf Keilrahmen
Dankeschön für den Kauf!
Flowers & Colors in Niederösterreich
covert and discovered history 171
Flowers & Colors II
Größe: 150 x 100 cm
Material: Fineart Print auf Acrylglas, aufkaschiert auf Aluminium-Dibond, Aluminium-Aufhängung.
Dankeschön!
Schindlhaus - Söll
Bilder für 9 Zimmer und Foyer für das Apparthotel Schindlhaus und Koia Premium Appartements in Söll. Alle Fotos von © Christina Ehammer. Vielen Dank Christina & Andreas!
covert and discovered history 129
Love diversity - still life with mounted rooster and parakeet
Größe: 80 x 80 cm
Material: Leinwandprint auf Keilrahmen (Schattenfugenrahmen)
—
covert and discovered history 250
Inner peace
Größe: 80 x 60 cm
Material: Leinwandprint auf Keilrahmen (Schattenfugenrahmen)
covert and discovered history 181
Foresight?
Größe: 120 x 80 cm
Material: Leinwandprint auf Keilrahmen (Schattenfugenrahmen)
covert and discovered history 189
bighorn sheep
Größe: 120 x 80 cm
Material: Leinwandprint auf Keilrahmen (Schattenfugenrahmen)
covert and discovered history 158
Self-Portrait - Schiele - with physalis
Größe: 100 x 75 cm
Material: Leinwandprint auf Keilrahmen (Schattenfugenrahmen)
Dachsteinkönig - Gosau
covert and discovered history 286
CR 1910
Größe: 120 x 90 cm
Material: Aluminium-Dibond-matt
covert and discovered history 253
Frida Kahlo wacot
Größe: 120 x 90 cm
Material: Aluminium-Dibond-matt
Dankeschön Florian!
Bull in the Alps
covert and discovered history 306
Bull in the Alps
digital collage, overpainting, spraypainting
Günter Konrad 2026
Wrong
covert and discovered history 305
Wrong
digital collage, overpainting, spraypainting
Günter Konrad 2026
Hermes bringt Pandora zu Epimetheus
covert and discovered history 304
Hermes bringt Pandora zu Epimetheus
digital collage, overpainting, spraypainting
Günter Konrad 2026
Flowers & colors III
covert and discovered history 303
Flowers & colors III
digital collage, overpainting, spraypainting
Günter Konrad 2026
... and on the 8th day he created concrete
Creation of Adam - individualisiert/customised
Asamer/Ohlsdorf
Größe: 180 x 60 cm
Material: Leinwandprint auf Keilrahmen
Danke an Markus!
Arni in Graz
covert and discovered history 269
T 800 (AS-75)
Größe: 160 x 120 cm
Material: Leinwandprint auf Keilrahmen
Dankeschön W.G.!
Überarbeitung von Vive Sissi & Untitled 239 für Schönkontur Salzburg
Vive Sissi
Salzburg
Größe: 150 x 100 cm
Material: FineArtPrint auf Aluminium-Dibond
Untitled
Salzburg
Größe: 120 x 80 cm
Material: FineArtPrint auf Acrylglas, aufkaschiert auf Aluminium-Dibond
Danke an Elisabeth!