Guenter Konrad Guenter Konrad

Auftragswerk

Auftragswerk - „Selbstbildnis Angelika Kauffmann mit Büste der Minerva"  (1780–1781) für medampuls - Mils/Tirol.
Individuell als Einzelwerk überarbeitet laut Kundenwunsch, Briefing - Mail/Telefon.
Idee, Komposition und Fertigung.

Größe: 200 x 150 cm
Material: Fineart Print auf Aluminium-Dibond matt

Danke Petra & Clemens!

Transformation eines Hochformatbildes in ein Querformat

Angelika Kauffmanns „Selbstbildnis mit Büste der Minerva" aus den Jahren 1780–1781 stellt ein herausragendes Beispiel spätbarocker Porträtkunst dar, das durch seine formale Komposition und symbolische Bildsprache besticht. Die vorliegende Überarbeitung des Werkes verfolgt das Ziel, das ursprünglich im Hochformat konzipierte Gemälde in ein Querformat zu transformieren, wobei sowohl formale als auch inhaltliche Herausforderungen zu bewältigen waren.
Im Folgenden wird der Bildaufbau hinsichtlich Figur und Grund besprochen, gefolgt von einer Analyse zu Farbkontrasten und der Integration von Symbolen, die in der Komposition neue Bedeutungsdimensionen eröffnen.

Herausforderung und Herangehensweise
Das originale Hochformat des Selbstbildnisses zentriert die Künstlerin zusammen mit der Büste der Minerva in einem kompakten Bildraum, der eine unmittelbare Fokussierung auf das Sujet ermöglicht. Die Erweiterung in ein Querformat verlangt eine großzügige Neuordnung des Bildraumes, um Leere zu vermeiden und gleichzeitig eine harmonische Balance zwischen Figur und Hintergrund herzustellen. Dabei gilt es, die Präsenz der Hauptfigur – Angelika Kauffmann selbst – zu bewahren, während neue Bildräume neben ihr entstehen, die narrativ und symbolisch ergänzt werden.

In der Überarbeitung wird die Künstlerin zentral gehalten, doch die Umgebung wird maßgeblich erweitert. Die linke Bildhälfte ist durch ein kleines Stück Rasen gekennzeichnet, das mittels Aquarelltechnik und Decollage eine texturale Tiefe erlangt, während die rechte Seite vom Buch ausgeht, welches Kauffmann in der Hand hält. Diese asymmetrische Anordnung schafft eine dynamische Spannung, die zugleich den Dialog zwischen der Künstlerin und ihren Inspirationsquellen sowie ihrer inneren Welt sichtbar macht.

Figur und Grund im neuen Kontext

Die Präsenz des Porträts, bildet das Bindeglied zwischen den neuen Elementen auf der linken und rechten Bildhälfte. Die Gestaltung des Bildgrundes nutzt warme Erdtöne als verbindendes Farbschema, das sowohl Natürlichkeit als auch Bodenständigkeit suggeriert. Der natürliche Farbton des Rasens links kontrastiert mit den vielfältigen Collagenfragmenten rechts, erzeugt eine visuelle Zweiteilung, ohne die Ganzheit der Komposition zu gefährden.

Der Bildgrund dient nicht nur als Hintergrund, sondern wird durch die eingefügten Elemente zu einem aktiven Träger narrativer und symbolischer Inhalte: Die linke Seite mit Wasserfarben, decollagierten Papierstücken, Makroaufnahmen von Plakaten sowie abstrakten Formen (Doppelhelix, Kreise, Spiralen, Kreuze und Waage) steht für Wissenschaft, Natur und Ordnung. Die rechte Seite dagegen lädt mit der Collage aus Abrissen, fliegenden Fragmenten aus dem Buch und der symbolischen Figur der Mutter Erde zu einer eher intuitiven, mythologischen Deutung ein.

Farbkontraste: Hell-Dunkel und Komplementär

Ein zentrales gestalterisches Mittel in der Überarbeitung bildet der gezielte Einsatz von Farbkontrasten. In der Komposition sind vor allem Hell-Dunkel-Kontraste wirksam eingesetzt, um die Tiefenstaffelung zu verstärken und die Aufmerksamkeit auf zentrale Bilddetails zu lenken. Die Figur wird durch leuchtendere Töne hervorgehoben, während der Bildgrund überwiegend in gedeckten Farben gehalten ist.

Besonderes Augenmerk verdient der Komplementärkontrast zwischen Rot und Grün, der sich klar in der Bildhälfte manifestiert: Rechts dominieren warme, rötliche Töne, die energetische und kreative Aspekte symbolisieren; links hingegen dominiert Grün als Farbe der Natur, des Wachstums und der Rationalität. Diese Gegenüberstellung erzeugt nicht nur visuelle Spannung, sondern entfaltet auch eine metaphorische Bedeutungsebene, die das Spannungsfeld zwischen Verstand und Gefühl, Konstruktion und Intuition reflektiert.

Symbolik und ihre Integration
Die eingefügten Symbole erweitern die Bildsprache der ursprünglichen Arbeit erheblich und eröffnen multidimensionale Interpretationsmöglichkeiten. Links unten befindet sich ein kleiner Rasenschnitt, der als Fragment der lebendigen Natur fungiert und mit Decollage-Techniken kontrastiert wurde, welche die Fragilität und Vergänglichkeit betonen. Die Mikroaufnahme eines Plakats sowie geometrische Formen wie Doppelhelix, Kreise, Spiralen und Kreuze verweisen auf Wissenschaft, Biologie und die Suche nach universellem Wissen. Die Waage als klassisches Symbol für Ausgewogenheit und Gerechtigkeit setzt ethische Akzente.

Die rechte Bildseite nimmt Bezug auf die Inspiration und die museale Dimension der Künstlerin: Das Buch, das Kauffmann hält, nimmt eine zentrale Rolle ein und ist Ausgangspunkt einer Collage aus Abrissen und fliegenden Fragmenten, die für kreative Gedankenströme und künstlerische Impulse stehen. Über dem Buch schwebt die symbolische Figur der Mutter Erde, ein Archetypus für Fruchtbarkeit und Ursprung. Ergänzt wird diese Szenerie durch Spiralen – Zeichen zyklischer Entwicklung – und ein altes medizinisches Abhörgerät, das für historische Wissenserschließung oder Beobachtung steht. Die Büste der Minerva, Göttin der Weisheit und Kunst, fungiert als Leitmotiv und thematischer Anker, der die Verbindung von Kunst, Wissenschaft und Mythos herstellt.

Fazit

Die Überführung von Angelika Kauffmanns „Selbstbildnis mit Büste der Minerva" aus einem Hoch- in ein Querformat gelingt durch eine durchdachte Neukomposition, die sowohl den Charakter der Originalkomposition wahrt als auch neue erzählerische Ebenen integriert. Durch den gezielten Einsatz von Farb- und Formkontrasten sowie die Einbindung komplexer Symbolik entsteht ein vielschichtiges Bild, das die Künstlerin als Vermittlerin zwischen wissenschaftlichem Erkenntnisstreben, künstlerischer Kreativität und naturverbundener Philosophie darstellt.

Diese Arbeit zeigt exemplarisch, wie eine Bildüberarbeitung nicht nur technische Umgestaltung bedeutet, sondern auch zu einer Erweiterung der ästhetischen und inhaltlichen Aussagekraft führen kann – ganz im Sinne einer zeitgenössischen Rezeption historischer Kunstwerke.

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Verve

covert and discovered history 308 - Verve

Ziel der Überarbeitung war eine Symbiose aus Jugendstil und zeitgenössischen digitalen Elementen herzustellen.
Dabei kombiniere ich die ornamentale Verspieltheit Muchas mit digitalen Glitch-Effekten, sowie Decollagen, die durch das Aufbrechen und Neueinsetzen von Bildebenen einen assoziativen Bruch erzeugen.
Ergänzt wird diese Mischung durch den Einsatz von Tags die der Art nouveau Typografie, fragmentarisch im unteren Bildabschnitt überlagern.

Eine besondere gestalterische Herausforderung stellte das extreme Hochformat dar. Es galt, die vertikale Dynamik des Formates nicht nur aufzunehmen, sondern auch aktiv zu nutzen, ohne dabei eine Leerwirkung oder Enge zu provozieren. Die Komposition musste daher eine Balance zwischen Freiheit und Struktur finden: Die Linienführung und Anordnung der Bildelemente folgen einem rhythmischen Schwung, der Leichtigkeit vermittelt, während gleichzeitig klare formale Bezüge für Stabilität sorgen. Durch die gezielte Kombination von Unschärfen und Schärfen sowie dem Kontrast zwischen farbintensiven Segmenten und monochromen Grautönen entsteht eine visuelle Spannung, die das Hochformat energetisch auflädt und dessen Ausdruckskraft verstärkt. Eine moderne Interpretation von Historie, das das Alte dekonstruiert und neu interpretiert.

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Flohmarktrahmen als Ausdruck von Vielfalt und nachhaltiger Kunstästhetik

The pearl necklace, covert and discovered history 165

Prolog

Im Kontext zeitgenössischer Kunstpraktiken gewinnt das Upcycling zunehmend an Bedeutung, insbesondere in der Präsentation von Drucken und Kunstwerken. Die Verwendung von Flohmarktrahmen bietet hierbei nicht nur eine ästhetische Bereicherung, sondern vermittelt auch eine komplexe kulturelle und soziale Aussage. Dieser Essay untersucht die Rolle solcher Rahmen in der Serie „Covert and Discovered History“ und reflektiert deren Beitrag zu einer ausdrucksstarken und zugleich zugänglichen Kunstpräsentation.

Bighorns - covert and discovered history 189

Rahmen als Träger eines einzigartigen Charakters

Die Präsentation von Drucken durch Flohmarktrahmen erzeugt einen unverwechselbaren, räudigen und punkigen Look, der den Werken eine eigenständige Identität verleiht. Anders als standardisierte, neuzeitliche Rahmen, transportieren diese Fundstücke eine Geschichte und Vielfalt, die sich unmittelbar auf die Wahrnehmung der dargestellten Kunst auswirkt. Sie wirken weniger als bloße Umrahmung, sondern vielmehr als integraler Bestandteil des Kunstwerkes, der dessen narrativen Kontext erweitert und vertieft

In an roman osteria, covert and discovered history 134

Vielfalt und Ausdrucksstärke im Upcycling-Kontext

Das Prinzip des Upcyclings beinhaltet eine bewusste Wiederverwendung gebrauchter Materialien, wodurch Ressourcen geschont und neue ästhetische Qualitäten geschaffen werden. Die Nutzung von Flohmarktrahmen als Trägermaterial für Drucke aus der Serie „Covert and Discovered History“ manifestiert eine künstlerische Strategie, die Vielfalt nicht nur thematisiert, sondern durch materielle Diversität und heterogene Ursprünge demonstriert. Diese Praxis fördert eine inklusive Kunstästhetik, die sich von homogenen, kommerzialisierten Standards abhebt.

Le discret, covert and discovered history 132

Preisgestaltung und Zugänglichkeit

Im Gegensatz zu elitärer Kunstvermarktung, die oft künstliche Knappheit erzeugt, verfolgt die vorgestellte Arbeit eine faire und leistbare Preisgestaltung. Dies reflektiert ein ethisches Engagement, Kunst einem breiteren Publikum zugänglich zu machen und gleichzeitig die Wertschätzung für handwerkliche und gestalterische Qualität zu fördern. Die Kombination aus erschwinglichen Preisen und einzigartigem Rahmenkonzept ermöglicht es Konsumenten, authentische und charakterstarke Kunstwerke in ihr Leben zu integrieren, ohne ökonomische Hürden überwinden zu müssen.

Truth, covert and discovered history 30

Epilog

Gerahmte Vintage- und Flohmarktrahmen fungieren innerhalb der Serie „Covert and Discovered History“ als mehrdimensionale Elemente, die ästhetische, kulturelle und soziale Ebenen verbinden. Sie transformieren einfache Drucke in individuelle Kunstobjekte mit einem charismatischen und rebellischen Flair. Durch die Verbindung von Upcycling-Prinzipien und fairer Preisgestaltung wird eine nachhaltige, vielfältige und ausdrucksstarke Kunstpraxis etabliert, die traditionelle Wertvorstellungen hinterfragt und erweitert. Insofern bilden diese gerahmten Werke ein Beispiel dafür, wie Kunst nicht nur produziert, sondern auch verantwortungsvoll präsentiert und verteilt werden kann.

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Vielen Dank nach Stuttgart!

covert and discovered history 273
It's tropic
Größe: 120 x 80 cm
Material: Fineart Print auf Aluminium-Dibond matt.
Dankeschön für deinen Kauf!

covert and discovered history 277
The seven works of mercy
Größe: 100 x 75 cm
Material: Leinwandprint auf Keilrahmen
Dankeschön für den Kauf!

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Flowers & Colors in Niederösterreich

covert and discovered history 171
Flowers & Colors II
Größe: 150 x 100 cm
Material: Fineart Print auf Acrylglas, aufkaschiert auf Aluminium-Dibond, Aluminium-Aufhängung.

Dankeschön!

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Schindlhaus - Söll

Bilder für 9 Zimmer und Foyer für das Apparthotel Schindlhaus und Koia Premium Appartements in Söll. Alle Fotos von © Christina Ehammer. Vielen Dank Christina & Andreas!

covert and discovered history 129
Love diversity - still life with mounted rooster and parakeet
Größe: 80 x 80 cm
Material: Leinwandprint auf Keilrahmen (Schattenfugenrahmen)

covert and discovered history 250
Inner peace
Größe: 80 x 60 cm
Material: Leinwandprint auf Keilrahmen (Schattenfugenrahmen)

covert and discovered history 181
Foresight?
Größe: 120 x 80 cm
Material: Leinwandprint auf Keilrahmen (Schattenfugenrahmen)

covert and discovered history 189
bighorn sheep
Größe: 120 x 80 cm
Material: Leinwandprint auf Keilrahmen (Schattenfugenrahmen)

covert and discovered history 158
Self-Portrait - Schiele - with physalis
Größe: 100 x 75 cm
Material: Leinwandprint auf Keilrahmen (Schattenfugenrahmen)

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Guenter Konrad Guenter Konrad

Dachsteinkönig - Gosau

covert and discovered history 286
CR 1910
Größe: 120 x 90 cm
Material: Aluminium-Dibond-matt

covert and discovered history 253
Frida Kahlo wacot
Größe: 120 x 90 cm
Material: Aluminium-Dibond-matt
Dankeschön Florian!

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Bull in the Alps

covert and discovered history 306
Bull in the Alps
digital collage, overpainting, spraypainting
Günter Konrad 2026

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Wrong

covert and discovered history 305
Wrong
digital collage, overpainting, spraypainting
Günter Konrad 2026

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Guenter Konrad Guenter Konrad

Hermes bringt Pandora zu Epimetheus

covert and discovered history 304
Hermes bringt Pandora zu Epimetheus
digital collage, overpainting, spraypainting
Günter Konrad 2026

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Guenter Konrad Guenter Konrad

Flowers & colors III

covert and discovered history 303
Flowers & colors III
digital collage, overpainting, spraypainting
Günter Konrad 2026

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... and on the 8th day he created concrete

Creation of Adam - individualisiert/customised
Asamer/Ohlsdorf
Größe: 180 x 60 cm
Material: Leinwandprint auf Keilrahmen
Danke an Markus!

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Arni in Graz

covert and discovered history 269
T 800 (AS-75)
Größe: 160 x 120 cm
Material: Leinwandprint auf Keilrahmen
Dankeschön W.G.!

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Überarbeitung von Vive Sissi & Untitled 239 für Schönkontur Salzburg

Vive Sissi
Salzburg
Größe: 150 x 100 cm
Material: FineArtPrint auf Aluminium-Dibond

Untitled
Salzburg
Größe: 120 x 80 cm
Material: FineArtPrint auf Acrylglas, aufkaschiert auf Aluminium-Dibond
Danke an Elisabeth!

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What's next

covert and discovered history 302
What’s next
digital collage, overpainting, spraypainting
Günter Konrad 2025


Exposé: "What's Next" – Die Überarbeitung von Franz von Lenbachs "Hirtenknabe" durch Günter Konrad

Einleitung

In der zeitgenössischen Kunst ist die Auseinandersetzung mit historischen Werken ein immer wiederkehrendes Thema. Günter Konrads digitales Kunstwerk "What's Next" bietet eine spannende Überarbeitung des Gemäldes "Hirtenknabe" von Franz von Lenbach, das um 1880 entstand. Konrads Ansatz, bestehend aus einer digitalen Collage, Übermalungen und dem Einsatz von Sprühfarben, transformiert das ursprüngliche Bild in ein vielschichtiges Werk, das sich kritisch mit der modernen Informationsüberflutung auseinandersetzt. Die Frage, die sich hierbei aufdrängt, ist nicht nur, wie alte Meisterwerke neu interpretiert werden können, sondern auch, ob es möglich ist, in einer von Informationen überfluteten Welt innezuhalten und abzuschalten.

Ausgangspunkt: Lenbachs Hirtenknabe

Franz von Lenbach schuf mit "Hirtenknabe" ein idyllisches Porträt eines jungen Hirten, das die naive Unschuld und die Einfachheit des ländlichen Lebens verkörpert. In der Darstellung steht der Junge für eine unbeschwerte Kindheit, weit entfernt vom hektischen Treiben der städtischen Gesellschaft. Lenbachs Verwendung von Licht und Schatten sowie seine geschickte Farbpalette verleihen dem Werk eine harmonische Grundstimmung. Der Hirtenknabe sitzt entspannt im Gras und scheint in seinen Gedanken versunken, ein Zustand der Ruhe und Abgeschiedenheit.

Die Transformation durch Günter Konrad

Günter Konrad nimmt dieses nostalgische Bild und stellt es auf den Kopf. In seiner digitalen Überarbeitung wird der Hirtenknabe jetzt von einer Vielzahl an Bildebenen umgeben, die visuelle Informationen und Datenströme symbolisieren. Diese Schichten repräsentieren die moderne Realität, in der der Einzelne ständig mit einer Flut von Informationen konfrontiert wird. Durch den Einsatz von Sprühfarben und digitalen Übermalungen schafft Konrad eine dynamische Komposition, die den Betrachter zwingt, einen Blick auf die Kluft zwischen der Vergangenheit, die das Werk von Lenbach verkörpert, und der Gegenwart zu werfen.

Inhaltliche Umkehrung

Die zentrale Figur in "What's Next" bleibt zwar der Hirtenknabe, doch seine Haltung ist von einer anderen Intensität geprägt. Er hebt die Hand über seinen Kopf, als ob er sich aktiv gegen die Informationsflut schützen möchte. Diese Geste offenbart die innere Spannung, mit der wir heute leben: der Drang, sich vor der permanenten Ablenkung zu schützen und gleichzeitig den Wunsch, informiert zu bleiben.

Die Überarbeitung stellt nicht nur eine visuelle, sondern vor allem eine inhaltliche Umkehrung dar. Während Lenbachs Originalbild Ruhe und Abgeschiedenheit vermittelt, zeigt "What's Next" den Kräften der modernen Welt, die den Einzelnen zu erdrücken drohen. Der Hirtenknabe, der in Lenbachs Werk unberührt von äußeren Einflüssen scheint, wird nun zum Symbol für den Versuch, intakt zu bleiben, während man von Informationen überflutet wird.

Digitale Zeiten – Ist Abschalten möglich?

Mit der digitalen Collage von Konrad wird die Frage nach der Möglichkeit, in einer schnelllebigen Welt innezuhalten, drängender denn je. Während der Hirtenknabe in der Malerei von Lenbach die Stille des ländlichen Lebens verkörpert, versucht sein digitales Pendant, einen Weg zu finden, um diesem Druck zu entkommen. Doch ist das tatsächlich möglich?

Konrads Werk regt dazu an, über die Sehnsucht nach einer Rückkehr zur Einfachheit nachzudenken, während gleichzeitig die Realität der digitalen Welt nicht ignoriert werden kann. Die Mehrdimensionalität der Bildebenen verdeutlicht die Komplexität des modernen Lebens, wobei jede Ebene neue Informationen und Erfahrungen repräsentiert, die miteinander konkurrieren und sich gegenseitig beeinflussen.

Fazit

Günter Konrads "What's Next" ist nicht nur eine künstlerische Überarbeitung von Lenbachs "Hirtenknabe", sondern auch ein provokantes Statement über den Zustand der modernen Gesellschaft und die Herausforderungen, mit denen wir konfrontiert sind. Die digitale Transformation und die Übermalung laden den Betrachter ein, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, wie wir in einer Zeit, in der Informationen allgegenwärtig sind, die Fähigkeit bewahren können, innezuhalten und abzuschalten.

In einer Welt voller Stimulation und hektischer Bewegungen bleibt die Kernfrage: Was kommt als Nächstes? Eine Rückkehr zu den Wurzeln oder eine vollständige Integration der digitalen Welt in unser Leben? Das Werk fordert uns heraus, diese Fragen zu stellen und Antworten zu suchen, während wir gleichzeitig den individuellen Umgang mit der Informationsflut reflektieren.

Dirk Esken, Fritz am Sand 2025

Franz von Lenbach (1836–1904)
Hirtenknabe (1860)
Öl auf Leinwand, Höhe: 107,7 cm x 154,4 cm
Sammlung Schack; Bayerische Staatsgemäldesammlungen; München

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Guenter Konrad Guenter Konrad

The doors of perception - in Piding!

The doors of perception - theology, truth, ruins and art nouveau
Piding, Deutschland
Größe: 80 x 60 cm
Material: Leinwandprint auf Keilrahmen
Danke an Ulrike!

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Guenter Konrad Guenter Konrad

Lip - Liechtenstein

Lip
Lichtenstein
Größe: 120 x 60 cm
Material: FineArtPrint auf Aluminium-Dibond
Danke an Martin!

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Seilschaft

covert and discovered history 301
Seilschaft
drawing/overpainting/ spraypainting, collage
Günter Konrad 2025


Günter Konrads Werk „Seilschaft“ präsentiert sich als ein eindrucksvolles visuelles Narrativ, das die Themen Zusammenhalt und Veränderung in einer Zeit globaler Herausforderungen thematisiert. In Anlehnung an historische Spitzenwerke der Bildenden Kunst, insbesondere Gustav Jahns „Bergsteiger im Mont Blanc-Massiv“ und Karl Wilhelm Hugo Schnars-Alquists „Sturm auf der Nordsee“, wird hier eine zeitgenössische Interpretation des menschlichen Miteinanders unter extremen Bedingungen eingeführt.

Konrads Ansatz beruht auf der Verwendung digitaler Collagetechniken, die es ihm ermöglichen, verschiedene künstlerische Ausdrucksformen zu vereinen. Das Bild ist das Resultat eines kreativen Prozesses, der sowohl analoge als auch digitale Elemente umfasst. Analog angefertigte Spraybilder werden mit Symbolen, Fotografien und Malereien kombiniert, wodurch ein dynamisches Zusammenspiel entsteht. Diese Herangehensweise reflektiert nicht nur den Stil Konrads, sondern auch den zeitgenössischen künstlerischen Diskurs, der oft auf die Verschmelzung unterschiedlicher Techniken abzielt.

Das zentrale Motiv der Seilschaft verkörpert den Zusammenhalt, der in Krisenzeiten unerlässlich ist. Die Abbildung von Menschen, die fest miteinander verbunden sind, ist nicht nur eine Darstellung physischer Sicherheit im Angesicht von Höhen und Tiefen, sondern auch eine Metapher für den sozialen Zusammenhalt in unserer Welt. Die Klimakrise steht metaphorisch als die sprichwörtliche Flut, die uns alle bedroht, und fordert gemeinsames Handeln und Solidarität. Konrad schafft mit seinem Bild einen Raum der Reflexion über die Notwendigkeit, an einem Strang zu ziehen, um den Herausforderungen unserer Zeit zu begegnen – eine Botschaft, die universell und zeitlos ist.

Inspiriert von Jahn und Schnars-Alquist, verwendet Konrad ebenfalls dramatische Naturdarstellungen, um die emotionalen und physischen Herausforderungen des Menschseins zu illustrieren. Während Jahn das Bild des Bergsteigens als Zeichen von Entschlossenheit und Teamgeist nutzt, um die Erfüllung gemeinsamer Ziele zu symbolisieren, thematisiert Schnars-Alquist die Überwältigung durch die Naturkräfte und die Verletzlichkeit des Menschen. Konrad verknüpft diese Ideen, indem er den Betrachter dazu auffordert, über die eigene Position in der Welt nachzudenken und die Rolle des Individuums in einer Gemeinschaft zu hinterfragen.

Die Wahl der digitalen Collagetechnik fördert nicht nur die visuelle Komplexität des Werkes, sondern symbolisiert auch die gegenwärtigen Dynamiken in der Gesellschaft und der Natur. Die digitale Verarbeitung erlaubt es Konrad, unterschiedliche Schichten der Realität zu kreieren – eine Metapher für die vielschichtigen Herausforderungen der Gegenwart, die eng miteinander verflochten sind. So wird das Bild selbst zum Sinnbild der Veränderung: Es ist im ständigen Wandel begriffen und hält dabei die Spuren der Vergangenheit sichtbar. Jede hinzugefügte Schicht erzählt eine eigene Geschichte und verdeutlicht den unaufhörlichen Fluss der Zeit, der auch das menschliche Zusammenleben prägt.

Symbolisch ist zudem das Spiel von Farben und Formen, das in „Seilschaft“ zur Anwendung kommt. Die verwendeten Farbtöne sind oft intensiv und kontrastreich, was die Emotionen und Spannungen, die mit dem Thema Wasser und Umweltveränderung verbunden sind, unterstreicht. Dunkle Töne deuten auf Bedrohungen hin, während helle Farben Hoffnung und Gemeinschaft repräsentieren. Die Symbolik des Wassers, einer der zentralen Elemente in Konrads Arbeit, steht sowohl für die Lebensquelle der Menschheit als auch für die zerstörerische Kraft, die sie mit sich bringen kann. Diese duale Natur des Wassers spiegelt sich in den dargestellten Figuren wider – einerseits steht der Mensch in seiner Verletzlichkeit da, andererseits zeigt er Stärke und Entschlossenheit im Angesicht des Unbekannten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Günter Konrads „Seilschaft“ ein vielschichtiges Werk ist, das sowohl auf künstlerischer als auch auf sozialer Ebene berührt. Es zielt darauf ab, den Betrachter in einen Dialog über die aktuellen globalen Herausforderungen einzubeziehen und ihn aufzufordern, über den eigenen Beitrag zur Gemeinschaft und zu einem nachhaltigeren Weltbild nachzudenken. In einer Zeit, in der die Klimakrise und gesellschaftliche Umbrüche eine konstante Bedrohung darstellen, bietet Konrads Werk einen ergreifenden Appell zur Einheit und zum gemeinsamen Handeln – Werte, die in der heutigen Zeit relevanter denn je erscheinen.

Jasper Rasmussen, Deventer 2025

Gustav Jahn, (1879-1919)
Bergsteiger im Mont Blanc-Massiv
Öl auf Leinwand

Hugo Schnars-Alquist (1855–1939)
Marine (1906), Öl auf Leinwand, 110 cm x 181 cm

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Guenter Konrad Guenter Konrad

Kalender 2026 - Kooperation mit Heye

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Guenter Konrad Guenter Konrad

Commissioned artwork - Erzherzog Johann

Auftragswerk - Erzherzog Johann
Ort: Graz - FH Joanneum
Größe: 124 x 224 cm
Material: FineArtPrint auf Klebefolie
Danke an Frau Zechner!

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